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Technikprojekte

An welchen Phänomenen gelingen und scheitern Technikprojekte?

Brücken bauen

Technikprojekte haben das Potenzial, Brücken zu bauen. Diese Brücken vermitteln nach Dörner (1976, S. 10) zwischen einem unerwünschten Ist-Zustand und einem wünschenswerten Zielzustand.

  • Wir haben kein Problem! Die Tatsache, dass eine Lösung nicht einfach angewendet wird, spricht dafür, dass ein Problem vorliegt. Wiederholt lässt sich aber beobachten, dass es Personen in Organisationen schwer fällt, ein Probleme überhaupt auszusprechen oder klar zu formulieren.
  • Zielklarheit: Dörner reflektiert die Klarheit von Zielen und Mitteln und zeigt Wege zur Problemlösung auf:

  • Interpolationsbarriere: Wenn sowohl das Ziel als auch das Mittel klar ist, liegt der Projektauftrag darin, den Prozess der Problemlösung in eine schlüssige Reihenfolge zu bringen.
    • Beispiel Brückenbau: Ich möchte einen Fluss überqueren, und sehe ein Brett, das geeignet ist, um eine Brücke zu bauen. Dann ist es schlüssig, zuerst das Brett zu holen, es dann über den Fluss zu legen und drittens den Fluss zu überschreiten.
  • Synthesebarriere: Wenn das Ziel klar ist - aber die Mittel unklar, ist der Projektauftrag zunächst darin, kreative Lösungsvorschläge zu entwickeln, die dann geprüft und in eine schlüssige Reihenfolge gebracht werden müssen.
    • Beispiel Brückenbau: Wenn ich zwar ein Brett habe, es aber zu schwer ist, als dass ich es holen könnte muss ich mir überlegen, wie ich das Brett bewegen oder den Fluss anderweitig überqueren könnte.
  • dialektische Barriere: Wenn das Ziel unklar ist muss zunächst das Ziel geklärt werden, um in der Folge die Synthese- und Interpolationsbarriere zu beheben. die didaktische Barriere geht häufig mit einer unscharf komperativen Betrachtung einher: Etwas soll "besser", "moderner" oder "anders" werden als bisher.
    • Beispiel Brückenbau: Ich gehe als erfahrener Brückenbauer beim Lustwandeln auf einen Fluss zu. Ich kläre zunächst das Ziel: Muss ich den Fluss überqueren, laufe ich flussaufwärts oder flussabwärts am Fluss entlang - oder muss ich den Rückweg antreten? Erst wenn ich dieses Ziel festgelegt habe, ist es sinnvoll über den Brückenbau nachzudenken. Ansonsten laufe ich Gefahr, dem "Law of the Instrument" (Maslow 1966) zum Opfer zu fallen.
  • Dialaktische und Synthetische Barriere: Wenn weder das Ziel - noch Möglichkeiten, es zu erreichen bekannt sind gilt es zunächst das Ziel zu klären, dann das Mittel um dann der Lösung entgegenzutreten.
    • Beispiel Brückenbau: Ich gehe beim Lustwandeln auf einen Fluss zu. Weil ich keine Vorstellung davon habe, dass ich einen Fluss überqueren könnte, überlege ich mir, welches Ziel ich mir auf dem gesamten Spektrum zwischen Flussaufwärts, zurückgehen und Flussabwärts setze.

Handlungsprinzip

Das (ggf. agile,) fachlich und ethische reflektierte Problemlösen setzt auf das konsequente Konkretisieren in einem iterativen Prozess.

  1. Problem benennen
  2. Ziel klären
  3. Mittel suchen
  4. Umsetzung planen
  5. Reflektieren & Umsetzen
  6. Erfolg evaluieren


Projektsteuerung & Miteinander

Die Beziehungsebene legt das Fundament für die gelungene Projektarbeit. Störungen im Fundament die nicht bewältigt werden können, wirken sich auf alle weiteren Ebene auf.

  • Projektendpunkt: Soziale Konflikte entstehen, weil Konflikte aus langfristigen und kurzfristigen Implikationen nicht miteinander abgestimmt werden.
  • Teamverluste: Verschiedene kulturelle Prägungen (z.B. von Generationen) sind nicht miteinander abgestimmt.
  • Projektstruktur vs Nachhaltigkeit: Konflikte entstehen, wenn Projekte ohne Nachhaltigkeits-Strategie verstetigt werden.

  • Der Begriff der Demut schafft eine faire Basis des Miteinanders auch aus der Perspektive der Anderen.
  • Der Begriff der Resilienz fordert Menschlichkeit als zentrales Leitprinzip.
  • Das Teamgefühl kann durch (herausragende) Erfolgserlebnisse als Ergebnis des Tuns gestärkt werden.
  • Erfolge können auch die Ambiguitätstoleranz beeinflussen, die die Stabilität im Umgang mit ungewissen Situationen erhöht.

Handlungsprinzip

Trenne Person und Verhalten.


Sachebene - Entscheidungsprozess

Auf der Sachebene wirken sich Störungen der Beziehungsebene auf.

  • Fiktionale Erwartungen beeinflussen unsere Vorstellung von Zukunft.
    • Begründete Ablehnung kann als Technologiepanik geframt sein.
    • Begründete Wirkmuster können durch den Begriff der Baumolschen Kostenkrankheit geframt sein.
  • Der Mythos der Dinge hilft uns, gesellschaftliche Prägungen zu verstehen.
  • Resonanz hilft uns, mit kurzen Innovationszyklen umzugehen

Handlungsprinzip

Konzentriere Dich auf Interessen, Bedürfnisse und Beweggründe - nicht auf die Position einzelner Menschen.



Unerwünschte Ziele können sich durchsetzen,

  • Weil die Wahrnehmungskraft von Ideen beeinflusst sein kann (Matthäus-Effekt & Matilda-Effekt)
  • Weil man der Annahme verfällt, man sei die einzige Person, die ein Ziel nicht gut fände (Pluralistische Ignoranz)
  • Weil man an der Zielerreichung mitwirkt, weil man andere nicht stören möchte (Abilene-Paradox)
  • Weil man einem Trend folgt (Konformitätswunsch: Asch-Experiment)
  • Weil man einer Autorität folgt (Milgram-Experiment)
  • Aus Resignation, dass die eigene Meinung nicht gehört wird (organisational Silence)

Handlungsprinzip

Konkretisiere Ziele. Woran messen wir den Erfolg? Woran erkennen wir, dass wir scheitern?

Im WiQQi-Ansatz kommt der Messbarkeit entscheidende Bedeutung zu. Sie wird in entscheidungsleitende Kriterien überführt.

Im WiQQi-Ansatz haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Messbarkeit von herausragender Bedeutung ist. Der Aufwand, ein Kriterium messbar zu beschreiben und Lösungen danach zu bewerten sorgen für eine zwangsläufige Präzision und Priorisierung. Wird die Evaluation systematisch im Beratungsprozess hinterlegt, wird auch ein Zeithorizont hinterlegt.

SMART

  • S = Specific / spezifisch
  • M = measurable / messbar
  • A = Achievable / erreichbar
  • R = reasonable / angemessen
  • T = Time-bound / terminiert


beSMART

  • be = begründet


SMARTER

  • E = Ecological / ökologsich
  • R = Resourced / ressourcenbedacht


RUMBA

  • R = relevant / relevant
  • U = understandable / verständlich
  • M = measurable / messbar
  • B = behavioural / verhalten ausdrückend
  • A = achievable / erreichbar


DREAM

  • D = distinct / trennscharf
  • R = relevant / relevant (im Sinne von entscheidend für das Erreichen des Ziels)
  • E = evidence-based / evidenzbasiert
  • A = achievable / erreichbar
  • M = measuralbe / messbar

Die Zahl der effektiv zur Verfügung stehenden Lösungen kann sich reduzieren,

  • Weil Verzögerungen den Handlungsspielraum von Akteuren verringern.
  • Weil Pfadabhängigkeiten einzelne Lösungsoptionen begünstigen und andere erschweren.
  • Weil wir an Vorstellungen gebunden sind (Gesetz des Hammers / Funktionale Gebundenheit)
  • Weil der Raum für Kreatives Denken fehlt.
  • Weil der Raum für Zufall/Serendipity fehlt.
  • Weil der Raum für konstruktive Improvisation fehlt.

Handlungsprinzip

Nimm Dir Zeit für Lösungsoptionen. Fächere Sie auf und nutze Sie, um Dein Ziel zu konkretisieren.

  • Unklare Zielsetzungen, Verfahren und Rollen stören den Entscheidungsprozess. (Mülleimermodell)
  • Grenzobjekten können den Entscheidungsprozess fördern. (Teamwork ohne Konsens)
  • Erreichte Teilziele können den Entscheidungsprozess fördern. (Präkastination) - Achtung: Pfadabhängigkeiten)

Handlungsprinzip

Agree to Dsiagree. Aber triff eine Entscheidung.


Erwartungsmanagement

Erwartungsmanagement bearbeitet die Strecke zwischen Beschaffung und Implementierung. Erwartungsmanagement schafft Ressourcen für die Implementierung.

Verkrempelung

Gestützt auf Gabrial Yoran können 3

  1. Innovationsdruck: Wer nicht mit den neuesten Innovationen Schritt hält, wird von der Konkurrenz bald überholt. und so entstehen "neue" Produkte - die nicht zwangsläufig "besser" sein müssen. (Kritisch hierzu: Translation in der Akteur-Netzwerk-Theorie).
  2. Ökonomische Strategie: Funktionen wandern in Premium-Produtke und werden dem "Standard"-Produkt entzogen, um den Preis nach oben zu treiben und/oder Produktionskosten zu senken.
  3. Online-Shopping: Marken-Werte werden übernommen/Lizenziert, ohne das Wertversprechen im Produkt einzulösen.


Paradox des aktiven Nutzers
Unsere Fertigkeiten tendieren dazu, im relativen Mittelmass zu verharren.

Obwohl wir Geräte nutzen, um Effizienter zu sein, beschäftigen wir uns nicht damit, wie wir das neue Gerät effizient einsetzen.

  1. Production Bias: Das Tun ist angenehmer als das Lernen (deshalb lesen wir keine Bedienungsanleitungen)
  2. Assimilation Bias: Wir wenden die alte Erfahrung auf das neue Gerät an.


Implementierung

Technik ist kein Selbstläufer - und die Implementierung ein stetiger Prozess.


Evaluation

Sowohl Entscheidungen als auch die erwünschte/unerwünschte/unerwartete Wirkung der Technik wird von der lernenden Organisation reflektiert, um gerade Fehlentscheidungen und Fehler kritisch zu würdigen und aus ihnen zu lernen. Das stärkt kommende Projekte.