Kognitive Dissonanz
Weshalb reagieren wir auch mit Verdrängung und Ignoranz auf Probleme im Projekt?
Wenn eigene Entscheidungen, Handlungen oder Informationen in einem Spannungszustand gegenüber Überzeugungen, Gefühlen und Werten sind, kann ich diese Unstimmigkeit auflösen, indem ich dazu lerne und/oder etwas verdränge.
Auftreten:
Kognitive Dissonanz tritt auf
- wenn wir uns für eine Lösung entscheiden, obwohl andere Lösungen genauso attraktiv sind.
- wenn wir uns für eine Lösung entschieden haben, und sich das als Fehlentscheidung herausstellt.
- wenn ein Projekt anstrengender oder unangenehmer wird als erwartet.
- wenn ich grosse Anstrengungen auf mich genommen habe - und das Ergebnis die Erwartungen nicht erfüllt
- wenn ich im Projekt Dinge machen muss, die ich für falsch halte - ohne dass ich dafür einen nachvollziehbaren Grund kenne.
Vier Bedingungen
Kognitive Dissonanz hat entsteht rational im Rahmen einer Freiwilligkeit und wirkt sich mit körperlicher Stressreaktion aus.
- Ich empfinde mein Handeln und meine inneren Überzeugungen als widersprüchlich.
- Kognitive Dissonanz setzt damit voraus, das Widersprüche erlebt werden. Im Projektkontext werden solche Widersprüche mitunter aber nicht gehört oder verdrängt, bevor auch bei meinem Gesprächsgegenüber kognitive Dissonanz entstehen kann.
- Mein Verhalten ist freiwillig
- Freiwilligkeit bedeutet hier, dass es keine externe Rechtfertigung (z.B. Repression, Bezahlung etc.) für eine Entscheidung gibt die den eigenen Verantwortungsraum/Entscheidungsfreiheit relativiert. (Forced-compliance-Paradigma)
- Ich bin physisch erregt.
- Ich führe meine physische Erregung auf mein Verhalten zurück.
Umgang:
Ich kann kognitive Dissonanz auflösen, in dem ich
- Lerne: Addition neuer konsonanter Kognitionen;
- Verdränge: Subtraktion dissonanter Kognitionen (Ignorieren, Verdrängen, Vergessen);
- Lerne und Verdränge: Ersetzung von Kognitionen: Subtraktion dissonanter bei gleichzeitiger Addition konsonanter Kognitionen.