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Josef M. Huber via Gemini / WiQQi

Präventionsparadox

Wie können wir den Nutzen von Beratung besser sichtbar machen?

Früh angelegte Prävention kann sich länger auszahlen als spät angelegte Prävention. Daraus folgt, dass für einen Wirkungsnachweis nicht nur die Wirkung der eingesetzten Lösungen, sondern auch die Rolle der Beratung im Prozess nachgewiesen wird.

Man sieht den Fehler erst, wenn er passiert ist

Das Präventionsparadox bedeutet, dass Präventive Massnahmen für die Bevölkerung wenig attraktiv oder wahrnehmbar sind, weil der Erfolg – das Ausbleiben eines Schadens – statistisch zwar messbar, aber nicht unmittelbar "erlebbar" ist. Das Phänomen hat einen doppelten Kern:

  1. Der Nutzen einer bevölkerungsbezogenen Präventionsmassnahme ist fir den einzelnen Menschen nicht spürbar.
  2. Hoch wirksame, spürbare Präventionsmassnahmen für kleinere Gruppen sind für den verbleibenden Teil der Bevölkerung nicht sprübar.

Für den Bereich der Hilfsmittel- und Technikberatung fehlt aber der systematische und flächendeckende Wirkungsnachweis. Dies liegt einerseits im Bereich der eigenständigen und selbstfinanzierten Problemlösung. Diese hat zunächst keinen Anschluss an eine systematische Erfassung - ist in Teilen aber über Social Media erlebbar. Andererseits gibt es zwar den systematischen Ansatz, Hilfsmittel und Technik zu evaluieren bevor sie in die Regelfinanzierung eingehen - auf Einzelfallebene fehlt dieser systematische Ansatz.

Plakative Beispiele der Wirkungsmessung

10 CHF invest - 10.000 CHF gespart

Im Fall "rechtzeitig losgehen" hat eine Lösung für 10 CHF zwei Monate lang ein Problem behoben. Danach ist die betroffene Person in ein Pflegeheim eingezogen. Gemessen an den Gesamtkosten für einen Pflegeheimplatz wurden etwa 20.000 CHF nicht - bzw. erst verzögert beansprucht (Zum Zeitpunkt und am Ort des Geschehens). Aus dem Einzelfall heraus lässt sich nicht beurteilen, wie stark der Einfluss der Massnahme auf das hinauszögern des Pflegeheimeintritts war. Statistisch kann dieser Effekt jedoch ermittelt werden.

60 CHF invest - 14 Monate Würde und Autonomie

Im Fall "Besteck erkennen" hat eine Lösung für 60 CHF 14 Monate lang ein Problem behoben. Danach mussten weitere Massnahmen ergriffen werden und im weiteren Verlauf ist die Person ins Pflegeheim eingezogen. Der Wert von Würde und Autonomie kann und darf (normativ) nicht monetär bemessen werden. Gemeinsam mit anderen Fällen könnten wir abschätzen, wie lange die Zeit zwischen erstem Erkennen einer Bedarfslage - und dem Hinauszögern durch eine Mikro-Massnahme ist.

40 CHF invest - Kontinuierliche Beratung

Im Fall "Schmerzen beim Pfeffer mahlen" hat eine Lösung für 40 CHF ein Problem über mehrere Jahre (seit 2023 bis heute) behoben - über die Evaluationsgrenzen hinaus. In der Folge wurden weitere Beratungen - für die andere Bedarfslagen aber auch für eine andere Person - eingeholt. Die Kosten der Beratung lagen unter den Kosten für Marketing-Massnahmen, mit denen die anderen Bedarfslagen hätten erreicht werden können. (Die genaue Dimension wäre spekulativ - das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte sich aber eklatant unterscheiden). Über ein Video zur Beratung wurden im ersten Jahr 713 Menschen (4.1h Wiedergabezeit) per YouTube-Shorts erreicht.

Unser Ansatz:

Beratung kommt
Persönliche Beratung beginnt mit der allgemeinen Sensibilisierung im Quartier