gemeinsam gesund: Technikdialog zu Exoskeletten in der Pflege (ggTEP)

gemeinsam gesund: Technikdialog zu Exoskeletten in der Pflege (ggTEP)

Massnahmen für Rückengesundheit beginnen mit dem Dialog!

Als Kickoff-Projekt für das Innovationszentrum zum Mitmachen (IzM) beschäftigen wir uns mit Exoskeletten in der Pflege. Gemeinsam geht es ums Anfassen, Ausprobieren und Testen.


"historisches" Videomaterial aus dem Jahr 2020, Projekt EXPERTISE 4.0


Hintergrund

Wir meinen mit Exoskeletten Dinge, die wir uns als (1) unterstützende Bänder, (2) Korsett oder (3) Maschine zum Anziehen vorstellen können. Im Grundsatz unterscheiden wir zwischen:

  1. passive Exoskelette - bei denen mit Körperkraft ein "Gummiband" oder eine "Feder" gespannt wird. Diese Vorspannung wird später wieder abgegeben.
  2. aktive Exoskelette - hier wird von extern Energie zugeführt (z.B. elektrisch über einen Akku oder per Druckluft)

Eine Auswahl von Exoskeletten kann in dieser WiQQi-Video-Playlist aus dem Projekt Expertise 4.0 betrachtet werden.

Im Projekt adressieren wir diese Exoskelette:

Innovationszyklen in der Technikentwicklung werden immer kürzer, die Pflege ist und bleibt komplex. Und viele Pflegende haben auch enttäuschende Erfahrung in Bezug auf Heilsversprechen mit Technik erfahren. Deshalb gestalten wir Innovation gemeinsam - von konkreten Bedarfslagen ausgehend. Wenn wir unser Wissen teilen, müssen wir das Rad nicht ständig neu erfinden - und können gemeinsam aus Fehlern lernen. Deshalb gestalten wir Innovation gemeinsam.

Das Thema Exoskelette haben wir gewählt, weil im SimDeC derzeit verschiedene begünstigende Faktoren aufeinandertreffen:

  • Das Innovationszentrum zum Mitmachen (IzM) stösst auf breites Interesse - benötigt aber einen Kick-off, um Fahrt aufzunehmen.
  • von September bis November 2023 bekommen wir im SimDeC Unterstützung von zwei Studierenden.
  • die Preise für Exoskelette sind deutlich gesunken.
  • Wir bekommen aufgrund unserer Erfahrungen aus dem Projekt Expertise 4.0 immer wieder Anfragen zum Thema Exoskelette.

Deshalb ergreifen wir die Chance unsere Erfahrung zu teilen - und neue Erfahrung zu ergänzen.


Projektziel & Ablauf

Mit dem Micro-Projekt möchten wir den Wissens- und Erfahrungsbestand in der Pflege zum Thema Exoskelette erweitern:

  1. Wir möchten unsere Erfahrung zum Thema Exoskelette teilen.
  2. Wir möchten gemeinsam neue Erfahrungen machen.

Denn auch wenn Exoskelette keine Wunder vollbringen können, tragen Sie dazu bei, den Raum für den Dialog zu eröffnen: Was benötigen und wünschen sich Pflegende, um gute und gesunde Arbeit zu leisten? In welchen Situationen können Exoskelette den Rücken entlasten? In welchen Situationen sollten wir Exoskelette nicht einsetzen?

Auf dieser Basis möchten wir auch unser gemeinsames Innovationszentrum zum Mitmachen miteinander starten.

Nach einem Projektkickoff im SimDeC oder an der Ostschweizer Fachhochschule besuchen wir mit voraussichtlich 5 verschiedenen Exoskeletten die Pflegeheime. Wir sind für 1-3 Tage präsent und bauen einen Parcours auf, mit dem die Pflegenden die Exoskelette strukturiert testen können. Der Parcours umfasst einfache, bekannte Tätigkeiten, wie z.B. das anheben eines Wasserkastens.

Das Innovationszentrum zum Mitmachen sucht Lösungen für konkrete Probleme und Herausforderungen des Alltags. Es möchte insbesondere Menschen mit chronischen Einschränkungen dienen. Dazu zählen Einschränkungen des Alters ebenso wie Einschränkungen durch Behinderung oder Erkrankung. Die Gruppe der direkt betroffenen wird durch die Gruppe der Angehörigen und Bezugspersonen erweitert.

Angehörige können die Exoskelette im SimDeC und bei ausgewählten Veranstaltungen ausprobieren. In der zweiten Projektphase haben wir in den Pflegeheimen genügend Erfahrungen gesammelt, mit der wir möglichst viele fachliche und ethische Fragestellungen bereits aufgreifen konnten.

Nach Projektabschluss erhalten die teilnehmenden Pflegeheime die Möglichkeit, die Exoskelette über einen längeren Zeitraum (z.B. 1-3 Monate) auszuleihen und systematisch zu testen. Diese Projektphase stimmen wir unter allen interessierten Pflegeheimen ab, weil es einige Fragen zu klären gilt, die Hygiene, Fairness, Zustand der Exoskelette, unerwünschte Effekte etc. betreffen.


Konditionen

  • Teilnehmen können zunächst maximal 20 Pflegeheime und Spitäler der deutschsprachigen Schweiz.
  • Der Teilnahmebeitrag liegt bei 2.500 CHF.
  • Voraussetzung für die Projektumsetzung ist die Zusage von 10 Institutionen.

Die Teilnahme für pflegende Angehörige ist kostenfrei, aber durch personelle Ressourcen nicht unlimitiert.


Interessensbekundung per Mail-Formular


Exoskelette und deren Einsatz in der Pflege


Ausgewählte Exoskelett-Projekte mit Video-Berichterstattung in der Pflege.