Technikberatung - Zentrale Herausforderungen

Technikberatung - Zentrale Herausforderungen

Woran scheitern wir (international) im Bereich der Technikberatung?

Um Technik lebensdienlich einzusetzen müssen wir Sensibilisieren, bei der Beschaffung und Implementierung unterstützen, Evidenz generieren und "Verzehrfertiges Wissen" anbieten.

Wissen & Sensibilisierung
Wer nicht weiss oder nicht vermutet, dass es eine Lösung gibt, arrangiert sich mit seinem Problem. Damit werden Möglichkeiten der Prävention und Beratung nicht genutzt.

Die Geschichte zur Knöpfhilfe erzählt von einer Frau, die in Folge einer Chemotherapie Sensibilitätsstörungen in den Fingern hatte. Sie trug fast ausschliesslich Blusen zum Knöpfen und hat alle weggeworfen. "Ich konnte sie nicht mehr sehen". Jahre später, weit nach Abschluss ihrer Therapie lernte sie in einer Musterwohnung die Knöpfhilfe kennen:

Das hätte mir so viel Kummer erspart!

Ähnliche Geschichten kennen wir aus anderen Beratungsfällen. Wer nicht mehr in die Badewanne kommt, wäscht sich vielleicht mit dem Waschlappen (wenn nicht bekannt ist, dass es Haltegriffe, Drehteller oder Möglichkeiten der Wohnraumanpassung gibt.


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Beschaffung
Die Anforderungen des Alltags können im Kontext der Pflege so anspruchsvoll sein, dass die Beschaffung von Hilfsmitteln überfordern kann.

In meinen ersten Tagen in der Schweiz hatte ich eine Frau beraten, die sowohl Vater als auch Mutter gepflegt hat. Sie versprach sich einen Mehrwert von den Vakuumhaken. Wie üblich habe ich den Link zum konkreten Produkt versendet und bekam die Rückfrage: Gibt es das auch in der Schweiz? Weil das noch nie geprüft hatte, habe ich nachgesehen: Ja, das Produkt ist überall verfügbar. Es wäre für alle beteiligten einfacher gewesen, über die Strasse ins Geschäft zu gehen:

Statt 6 Minuten gemeinsam zum Regal zu gehen, haben wir ellenlange E-Mails geschrieben.

Eine andere Geschichte erzählt von einem Mann, der in der ReHa nach einem Schlaganfall ein Einhand-Brett kennengelernt hatte. Zu Hause musste er sein Brot schmieren lassen - diese Abhängigkeit führte zu familiären Spannungen. Er ging davon aus, dass solche Einhandbretter nur von Gesundheitseinrichtungen gekauft werden könnten und versuchte gar nicht, eines zu beschaffen.


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Implementierungs-Tief
Wir haben uns über Jahre an Strukturen und Prozesse gewöhnt. Technik verändert diese Prozesse - deshalb kann es anfangs holperig sein., bevor es rund läuft.

Eine von zwei Freundinnen hatte ich ir bereits einmal beraten. In diesem Vertrauen trug Sie das Problem der Freundin zu mir: Sie kann das Gurkenglas nicht mehr öffnen. Ich hatte zwar genügend dafür sensibilisiert, dass auch gut gemeinte Hilfe als Stigmatisierend ankommen kann. Aber ich hatte nicht daran gedacht, dass es wichtig sein könnte, die Anwendung der Hilfsmittel zu üben. "Wir hätten uns beinahe zerstritten - das Zeug hat nicht funktioniert". Zwischen Frust und Ehrgeiz übte die Helferin den Umgang mit dem einen Öffner - und dann mit dem anderen:

Ich habe 3 Monate geübt, dann hat es geklappt. Mit dem anderen waren es nur noch 2 Wochen.

Am Ende des Tages nutzten beide Freundinnen jeweils einen Schraubdeckelöffner. Weil auch die vermittelnde Freundin einen Nutzen in einem der Öffner für sich entdeckt hat.

Manchmal läuft es so schlecht, dass jede Implementierung eine Verbesserung ist. Das Implementierungs-Tief ist aber letztlich immer da. Wie tief es ist und wie lange es dauert, kann durch Übung und Anleitung beeinflusst werden.


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Fenster der Wirksamkeit
Wenn Einschränkungen des Alters oder chronischer Erkrankungen zunehmen, ist es wahrscheinlich, dass es ein "zu früh" und ein "zu spät" für eine technische Lösung gibt. Dazwischen liegt das Fenster der Wirksamkeit.

Die Geschichte des roten Bestecks erzählt von einer Frau, die das Besteck auf dem Tisch aufgrund einer demenziellen Veränderung nicht mehr erkennen konnte. Das Besteck mit den roten Griffen wurde abgelehnt (stumpfe Klinge, Stigmatisierung), deshalb haben wir für 60 CHF ein Besteck mit roten Griffen besorgt. Mit diesem Besteck konnte die Frau 14 Monate lang selbständig essen.

14 Monate lang hat es funktioniert. Das bedeutet 14 Monate Würde und Autonomie.

Nach dieser Zeit konnte das Besteck zwar weiterhin gefunden werden, aber die Frau war unsicher, wie es angewendet wird. Durch den fortschreitenden Krankheitsverlauf war die Wirksamkeit des roten Bestecks also limitiert.

Zur Mitmachstudie


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Wissen to go
Informationen, die veraltet sind, können die Entscheidungsfindung nachteilig beeinflussen. Informationen, die zu komplex sind, können in der Entscheidungsfindung zu Überforderung führen.

Wir haben in verschiedensten Situationen ein Motorschloss installiert. Dabei bemerken wir einerseits, dass sich zentrale Fragen wiederholen:

  • Muss nur eine Haustür geöffnet werden - oder auch eine Wohnungstür?
  • Kann die Tür von aussen geöffnet werden, wenn innen ein Schlüssel steckt?
  • Ist an der Tür ein Schlüsselloch oder ein Drehknauf zum Verriegeln der Tür?

Wir hatten mit zwei baugleichen Fernbedienung an zwei baugleichen Türen den Effekt erlebt, dass sich unter gleichen Bedingungen eine Tür mit der Fernbedienung öffnen liess - die andere nicht. Diese Information ist relevant, um mögliche unerwünschte Effekte vorauszudenken. Sie ist aber für das betroffene Motorschloss nicht mehr aktuell, weil unsere Fehlermeldung vom Hersteller aufgegriffen wurde und eine neue Fernbedienung entwickelt wurde.

Traditionelle Forschung beantwortet die Frage, ob ein Motorschloss das Aging in Place unterstützen kann. Wir brauchen aber auch Antworten auf die Frage: Welches Motorschloss passt zu meiner individuellen Bedarfslage.

Wir bemerken aber auch, dass Fehlinformationen kaum korrigiert werden können, wenn sie in geschützten Gruppen (Foren, Messenger, Dialoge) nicht aktualisiert werden. Veränderungen oder Updates von Produkten können wir als "Verbesserung" bewerten, wenn etwa ein Fehler behoben wurde. Wir können sie aber auch als "Verschlechterung" bewerten, wenn gewünschte Eigenschaften nicht mehr vorhanden sind. Für unsere Entscheidungen ist es aber wichtig, dass die Informationen, die wir mit einbeziehen sowohl aktuell als auch relevant sind.


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Storytelling

Unsere Ansätze

Frühzeitige Beratung
Wir signalisieren, dass uns kein Problem zu alltäglich, zu normal oder zu einfach ist. Das öffnet Türen zu frühzeitiger Beratung und damit zur Prävention.

Die Geschichte zur Pfeffermühle erzählt von einer Frau, die Schmerzen im Daumen hatte und deshalb die alte bewährte Pfeffermühle nicht mehr bedienen konnte. Wir haben eine Ratschenmühle ausprobiert:

Dass die Pfeffermühle für 20 Franken so viel Freude in ein Gesicht zaubern kann, das hätte ich nie erwartet.

Wir wurden gefragt, weshalb wir keine elektrische Mühle eingesetzt haben. Die Antwort ist simpel: Wir haben nicht daran gedacht. Sie hätte aber die Frage aufgeworfen, wer die Batterien wechselt. Und in weiteren Gesprächen haben wir erfahren, dass es offenbar einige Pfeffermühlen, die jährlich erneuert werden müssen, weil sie kaputt gehen.

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Virtual Reality & Beratung
In der Kommunikation von Technik spielt das Kontextverständnis eine zentrale Rolle für das entstehen und bearbeiten von Missverständnissen. Mit Virtual Reality können wir den Kontext 360° erfahrbar machen. ABER: das ist nur ein erster Schritt.

Wir haben gute Erfahrungen mit der Informationsübergabe mit unseren 360°-Rundgängen gemacht. Auf dieser Basis möchten wir eine Möglichkeit geben, etwas genauer in die Rundgänge einzutauchen und den Besuchern mehr Möglichkeiten geben, die Kontrolle über Information zu übergeben.

Über Screen-Sharing sehe ich wohin mein Gast schaut - und so kann ich ganz gezielt Informationen zu diesen Dingen geben.

Für uns ist das eintauchen in ein 360°-Panorama nur ein erster Schritt. Dieser zielt vor allem darauf ab, eine Community mit Menschen und organisieren, in der wir gemeinsam eine VR-Raumwerkstatt entwickeln - als Instrument der Beratung.

Wir haben ins SimDeC eingeladen:

  • https://wiqqi.de/xr/
  • Notwendig dazu ist ein VR-Fähiges Gerät (manche Smartphones, Cardboard, VR-Brille mit Wolvic-Browser)

Zur Kontaktseite - bei Interesse an der gemeinsamen Entwicklung


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Citizen Science: IzM und Bürgerlabor
WiQQi ist ein Projekt aus der Praxis für die Praxis. Wir möchten Wissen in genau der Form anbieten, wie es in der Beratungssituation erforderlich ist. Wir nennen das "verzehrfertiges Wissen".

Finke beschreibt die Wissenschaft als einen Apfelbaum, bei dem die höchsten Früchte mit langen Leitern von der "Grundlagenforschung" geerntet werden. Citizen Science. Citizen Sicence bedient sich alltäglicher, niederschwelliger Instrumente. Mit WiQQi verorten wir uns genau dort, wir möchten das Wissen und die Erfahrung, die wir in der Erfahrung tagtäglich machen teilen und so verfügbar machen.

Die kurzen Innovationszyklen und die Komplexität des Lebens - wie wollen wir das bewältigen, wenn nicht gemeinsam?

Kernelemente von WiQQi beschreiben wir in unserer Broschüre:

  1. Digitale Infrastruktur: Sie erleichtert die Arbeit der Beratenden, ermöglicht den Zugang zu Wissen und lokalen Angeboten und ermöglicht die systematische, niederschwellige Zusammenarbeit.
  2. Innovationszentrum zum Mitmachen: Das IzM ist ein niederschwelliges Forschungsangebot. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Wohnen + Bleiben sowie mit lokalen Hochschulen stellen wir kostengünstig wissenschaftliche Dienstleistungen zur Verfügung. Das ist durch klare Prozesse und Strukturen sowie hohe Standardisierung möglich. Im IzM werden die "blauen Boxen" gefüllt
  3. Bürgerlabor: Mit dem Bürgerlabor versenden wir "blaue Boxen" von Quartier zu Quartier und holen damit die notwendige Perspektivenvielfalt ab. Neben der Technik zum Anfassen enthalten sie die Storys, mit denen Wissen geteilt wird.

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Hintergründe

Techniktheorie

Was ist Technik

Technik-Begriff: Etymologie
Der Technik-Begriff hat zeitweise ausschliesslich Prozedurale oder Gegenständliche Bedeutung und beinhaltet zweitweise beides.
  • Die Indogermanische Wurzel bedeutet so viel wie "flechten", "zusammenfügen", "verbinden" und bezieht sich auf die Bearbeitung von Stein und Holz (vgl. Friesacher 2010, S. 296, Tüg 2014, S. 6).
  • Das Wort Technik leitet sich aus dem griechischen techné („τέχνη“) ab (vgl. Tüg 2014, S. 6).
  • Aristoteles verbindet mit dem Techné-Begriff Wissen und Handeln: "Technik ist ein auf Tun gerichtetes Wissen oder ein auf Wissen gegründetes Handeln" (vgl. Tüg 2014, S. 6).
  • Im Lateinischen wird der Sachverhalt von „τέχνη“ durch die Wörter "ars" und "machina" ausgedrückt (vgl. Tüg 2014, S. 9).
  • 1706 wird der Begriff "Technology" als "a descritption of Arts, especially the Mechanical" beschrieben (vgl. Tüg 2014, S. 9).
  • 1777 formt Beckmann den Modernen Technikbegriff mit "Technologie als "Verfahrenstechnik" und (etwas weiter gefasst) als "die Wissenschaft von der Produktion und ihren Prozessen" (vgl. Tüg 2014, S. 10).
  • 1877 pägt Knapp die Auffassung von Technik als eine Organprojektion (der Hammer als Verlängerung des Armes, das Messer als verbesserter Schneidezahn) (vgl. Tüg 2014, S. 10).
  • Das Wort Technik ist ein im 18. Jahrhundert aus dem Französischen übernommener Terminus (vgl. Friesacher 2010, S. 296).
  • Im 20. Jahrhundert verengt sich der Technikbegriff auf künstlich hergestellte Gegenstände und grenzt sich vom Begriff der Technologie (als "technikbezogenes Wissen" oder "Anwendung des technikbezogenen Wissens") ab (vgl. Tüg 2014, S. 11).
Die intellektuellen Bemühungen um die Klärung des Technikbegriffs haben zum gegenwärtigen (2014) Zeitpunkt noch zu keiner einheitlichen, allgemein akzeptierten Lösung geführt. Im Gegenteil: der Technibegriff ist in seiner bedeutung kontrovers. Die Begriffe sind teils ergänzend, teils konkurrierend. Die Ursachen dafür liegen etwa in der Geschichte des Technikbegriffs, im Lebensweltlichen Verständnis, ökonomischen, politischen, ökologischen und sozialpsychologischen Faktoren, kulturellen Traditionen, sozialen Bedingungen und Entwicklungen (vgl. Tüg 2014, S. 11, 12-13, ).


Quellen

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Enge Begriffsdefinition: Technik

Heute werden mit Technik die künstlichen Gegenstände und Verfahren bezeichnet, die praktischen Zwecken dienen (vgl. Sachse 1992a: 359, Fischer 2004). Damit ist ein enger Technikbegriff definiert.(Friesacher 2010, S. 296, zitierte Quellen siehe dort)

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Weite Begriffsdefinition: Technik

Ein weiter Technikbegriff beinhaltet jede regelgeleitete und planmäßig als Mittel eingesetzte Fertigkeit in beliebigen Bereichen menschlichen Handelns (Ropohl 1991: 17)

(Friesacher 2010, S. 296).


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Als Option zum Umgang mit der Heterogenität des Technikbegriffs gibt es verschiedene Ansätze:

Technik als äquivoker Name

  • Technik ist Mehrdeutig (äquivoker Name, Homonym)
  • Fragt danach, was Technik ist.
  • Ein grober Rahmen wird festgelegt ("Extension" des Technikbegriffs)
  • Die Bedeutung ("intension") des Begriffs wird im jeweiligen Diskurskontext präzisiert.
  • Problematisch: Das Problem der Definition wird verschoben und die Anschlussfähigkeit des Begriffs ist gefährdet.
  • Praxiserfahrung: Als Kommunikationsstrategie geeignet, weil Missverständnisse so als selbstverständlich eingeführt werden können.
(vgl. Tüg 2014 S. 14-16)

Technik als Reflexionsbegriff

  • Fragt danach, was Technik bedeutet
  • Die empirische Extension des Begriffs wird offen gelassen.
  • Die Bedeutung (Intension) wird als semantischer Kern gefasst.
  • Problematisch: Die Reichweite einer solchen Definition geht nicht über altbekannte, essentialistische Definitionsversuche von Technik hinaus.
  • Praxiserfahrung: Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung durch die Fokussierung auf die Bedeutung ggf. eine praktikable Lösung sein.
(vgl. Tüg 2014 S. 16-22)

Technik als sozialkritische Deutung

  • Fragt danach, wie Technik hinsichtlich des Lebens und Selbstverständnisses des Menschen gedeutet wird.
  • Ein grober Rahmen wird festgelegt ("Extension" des Technikbegriffs)
  • Die Bedeutung ("intension") des Begriffs wird im jeweiligen Diskurskontext präzisiert.
  • Problematisch: Das Potenzial der Technik wird nur fokussiert betrachtet - nämlich in Bezug auf die aktuelle Erfahrung.
  • Praxiserfahrung: Spiegelt die "Glorifizierung" oder "Verteufelung" von Technik wieder.
(vgl. Tüg 2014 S. 23-25)

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Abgrenzender Technikbegriff
Technik ist das reaktive, sich vollziehende, geschaffene
  • geschaffen: modifiziertes und antizipiertes, kontingenterweise entstanden.
  • reaktiv: vollständig Gesetzen unterworfen, zwischen Input und Output vermittelnd
  • vollziehend: kann nur über die Zeit erstreckend begriffen werden.
(vgl. Tüg 2014, S. 78-81)

Technik ist "geschaffen"

  • Technik ist das künstlich hergestellte. Technik zeichnet sich aus durch:
    • Modifikation (durch Bearbeitung entstanden)
    • Antizipation («um zu») - um etwas zu erreichen
    • Kontingenz («nicht zwangsläufig»)
  • Natur und Leben sind Gegeben, sie sind vorhanden bzw. vorfindbar. Sie zeichnen sich aus durch:
    • Selektion («genutzt als»)
    • Zufall («wirkt als»)
    • Deterministisch (durch Naturgesetze festgelegt)
Erschliessende Fragestellung:
  • Intention: Gibt es - wie bei der Technik - eine Absicht im Schaffensprozess?
  • Interpretation: Kann eine mögliche Absicht des Schöpfers - wie bei Nautur und Leben - nur durch Interpretation erschlossen werden?
(vgl. Tüg 2014, S 47-58, 72-78)

Technik ist "reaktiv"

  • Leben ist aktiv und selbstbezüglich. Leben zeichnet sich aus durch:
    • Individualität (z.B. durch Selbstbewegung, Selbsterhaltung, Selbstorganisation)
  • Technik steht wie die (unbelebte) Natur dem Leben als reaktiv gegenüber.
    • Vollzüge sind vollständig durch allgemeine Gesetze / Ursache-Wirkungs-Verhältnisse bestimmt.
    • Einem spezifischer Input folgt ein spezifischer Output
Erschliessende Fragestellung:
  • Konstruktion: Besteht etwas - wie Technik und Natur - aus Handlungsschritten oder Teilchen?
  • Motivation: Ist etwas - wie das Leben - aktiv und gibt es individuelle Entscheidungen?
(vgl. Tüg 2014, S. 71-72, 72-78)

Technik ist "vollziehend"

  • Natur ist vorstellig
    • Natur ist primär räumlich – die Dimension «Zeit» spielt eine nachrangige Rolle
  • Technik steht wie das Leben der Natur als Vollziehend gegenüber
    • Primär zeitlich, bewegt: Technik erstreckt sich im wesentlichen über eine Zeitspanne.
Metapher: «Natur» lässt sich im Gegensatz zu «Leben» und «Technik» auf der (zeitlich) unbewegten Fotografie deutlicher abbilden.

Erschliessende Fragestellung:
  • Funktion: Hat etwas - wie Technik und Leben - eine funktionale Struktur, die immer in Relation zu einem Ziel/Prozess/System steht?
  • Manifestation: Kommt etwas - wie die Natur - zeitlos zur Erscheinung?
(vgl. Tüg 2014, S. 72-78)




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Missverständnis & Begriffsabgrenzung

Technik ist ein kontextabhängiger Begriff mit vielen Gesichtern. Deshalb ist es normal, dass es zu Missverständnissen kommt, wenn wir über Technik sprechen.

Drei zentrale Ursachen von Missverständnissen und Kontextvorstellungen in der Praxis

Missverständnisse können entstehen, weil wir aus einer anderen Position bzw. Grundverständnis heraus versuchen zu verstehen. Wenn ich an eine Prozedur denke und mein Gegenüber ein Artefakt beschreibt, entstehen Missverständnisse. "Es läuft rund" - kann sowohl einen gelungenen Prozess als auch ein Artefakt beschreiben. Damit ist ein Missverständnis angelegt, das durch Präzisierung aber auch immer deutlicher werdende Konflikte aufgelöst werden kann.

Der Technikbegriff hat sich historisch in seiner Bedeutung von einer Prozedur hin zum Artefakt hin zu beidem entwickelt:

  • Die Technik des Feuermachens beschreibt eine Prozedur.
  • Das Rad ist ein Artefakt.
  • Die physikalische Erscheinung "Elektrischer Strom" ist assoziiert mit dem Begriff der Technologie (also der Wissenschaft vom Einsatz der Technik) bzw. Prozessen und Artefakten. Andere weite Begriffe sind Informations- und Kommunikationstechnologien, Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz etc.
  • Der sokratische Dialog ist eine Handlungstechnik.

Selbst wenn wir Technik ausdifferenzieren und über Gattungsbegriffe sprechen: "Fahrrad", "Tisch", "Stuhl", bemerken wirr Missverständnisse, sobald wir ins Detail gehen. Denken wir an ein Rennrad oder ein Mountainbike? Denken wir an einen Couchtisch oder einen Tapeziertisch? Sprechen wir von einem Lehnstuhl oder einen Freischwinger? Konkret am Gattungsbegriff der "Ortungsgeräte" können wir verschiedenste Differenzierungskriterien feststellen:

  • Funkstandard (z.B. LTE, LoRa, NB-IoT)
  • Notwendige Infrastruktur
  • Energieverbrauch
  • Sendehäufigkeit
  • Akkugrösse/Energieversorgung
  • Wertzuschreibungen (Stigmatisierung, Schmücken)
  • Funktionen (Ortung, Tracking, Positionsbestimmung)
  • Aus all diesen Faktoren lassen sich unterschiedlichste Konzepte ableiten, z.B.
    • Ein Gerät, mit dem eine Brieftaube geortet wird hat andere Anforderungen an Grösse und Gewicht als ein Gerät, mit dem ein Bagger geortet wird.
    • Ein Gerät, mit dem kontinuierlich der Aufenthaltsort eines Menschen nachgezeichnet werden soll (Tracking) muss andere Anforderungen erfüllen als ein Gerät, mit dem nur im Notfall eine Position bestimmt und übermittelt werden soll.


Bewertungen führen zu Missverständnissen, weil wir häufig davon ausgehen, dass unser Gegenüber diese Bewertung teilt. Mein Gegenüber kann aber ganz andere "gute" Erfahrungen gemacht haben als ich - oder sogar im gleichen Thema "schlechte" Erfahrungen. Diese Erfahrungen beeinflussen aber, wie wir zuhören und deuten.

Unterschiedliche Bewertungen können sich ergeben aus

  • Perspektive verschiedener Akteure
    • der Person (die Pflege beansprucht - oder die Pflege erbringt)
    • Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft (quadruple Helix) + Umwelt (quintuple Helix)
    • die Technik missbräuchlich nutzen
  • Wertebezogenen Positionen (Ethik, Moral, Werte)
  • Fachlichen Positionen (erwünschte, unerwünschte Effekte

Beispiel: elektrischer Fensterantrieb:

  • Funktion: Der Fensterantrieb öffnet bzw. schliesst das Oberlicht, sobald ich den Motor entsprechend ansteuere. Ich öffne also nicht mehr das Fenster selbst - sondern betätige einen Schalter, der irgendwo positioniert sein kann oder nutze eine Automatisierungsregel. Da wird also eine Struktur und/oder ein Prozess verändert.
  • Ressourcen: Der Antrieb verbraucht mehr Ressourcen als ein manueller Verschluss. Das kann ich jetzt aus Perspektive der Umwelt aber auch aus Perspektive der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes betrachten. Habe ich über- oder Unterbeschäftigung? Wie schaut es mit dem Fachkräftemangel aus?
  • Bewegung: Und aus Perspektive der Bewegung macht es einen Unterschied, ob ich eine Automatisierung einführe, einen Knopf drücke oder das ganze Fenster bewege. Für manche Menschen ist es wichtig, sich zum Fenster zu bewegen um es zu öffnen, weil sie damit ihren Körper trainieren. Anderen Menschen ist das gar nicht möglich, sich überhaupt zum Fenster zu bewegen.
  • Diese Veränderung kann zu einem Besseren oder schlechteren Lüften führen - und damit zu mehr oder weniger Schimmel. Das Beeinflusst die Bewertung des Gerätes durch die Wohnungswirtschaft - aber auch aus gesundheitlichen Perspektiven.

Welchen Effekt haben Missverständnisse?

Missverständnisse können dazu führen, dass wir im Dialog von einer fachlichen Ebene auf die Beziehungsebene fallen. Die Ursachen I und II führen wiederholt zu einer Herabstufung der Kompetenz bzw. der Auffassungsgabe des Gegenübers, während III) wiederholt zu moralisierender Ablehnung führen. Wenn Probleme auf der Beziehungsebene auftreten, ist ein konstruktiver fachlicher Dialog nicht mehr möglich.

Es hört doch jeder nur, was er versteht. (Goethe)

Wie können wir mit Missverständnissen umgehen?

  1. Wenn wir Missverständnisse als normal annehmen, können wir gezielt nach Ihnen suchen und Irritationen sensibler wahrnehmen.
  2. Wenn wir den Kontext offen legen aus dem heraus wir bewerten, ist unsere Bewertung nachvollziehbarer.
  3. Wenn wir uns auf eine verbale Sprache konzentrieren, wird das Augenmerk auf den Vollzug - auf das, was Technik bewirkt gelenkt.
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Abgrenzender Technikbegriff
Technik ist das reaktive, sich vollziehende, geschaffene
  • geschaffen: modifiziertes und antizipiertes, kontingenterweise entstanden.
  • reaktiv: vollständig Gesetzen unterworfen, zwischen Input und Output vermittelnd
  • vollziehend: kann nur über die Zeit erstreckend begriffen werden.
(vgl. Tüg 2014, S. 78-81)

Technik ist "geschaffen"

  • Technik ist das künstlich hergestellte. Technik zeichnet sich aus durch:
    • Modifikation (durch Bearbeitung entstanden)
    • Antizipation («um zu») - um etwas zu erreichen
    • Kontingenz («nicht zwangsläufig»)
  • Natur und Leben sind Gegeben, sie sind vorhanden bzw. vorfindbar. Sie zeichnen sich aus durch:
    • Selektion («genutzt als»)
    • Zufall («wirkt als»)
    • Deterministisch (durch Naturgesetze festgelegt)
Erschliessende Fragestellung:
  • Intention: Gibt es - wie bei der Technik - eine Absicht im Schaffensprozess?
  • Interpretation: Kann eine mögliche Absicht des Schöpfers - wie bei Nautur und Leben - nur durch Interpretation erschlossen werden?
(vgl. Tüg 2014, S 47-58, 72-78)

Technik ist "reaktiv"

  • Leben ist aktiv und selbstbezüglich. Leben zeichnet sich aus durch:
    • Individualität (z.B. durch Selbstbewegung, Selbsterhaltung, Selbstorganisation)
  • Technik steht wie die (unbelebte) Natur dem Leben als reaktiv gegenüber.
    • Vollzüge sind vollständig durch allgemeine Gesetze / Ursache-Wirkungs-Verhältnisse bestimmt.
    • Einem spezifischer Input folgt ein spezifischer Output
Erschliessende Fragestellung:
  • Konstruktion: Besteht etwas - wie Technik und Natur - aus Handlungsschritten oder Teilchen?
  • Motivation: Ist etwas - wie das Leben - aktiv und gibt es individuelle Entscheidungen?
(vgl. Tüg 2014, S. 71-72, 72-78)

Technik ist "vollziehend"

  • Natur ist vorstellig
    • Natur ist primär räumlich – die Dimension «Zeit» spielt eine nachrangige Rolle
  • Technik steht wie das Leben der Natur als Vollziehend gegenüber
    • Primär zeitlich, bewegt: Technik erstreckt sich im wesentlichen über eine Zeitspanne.
Metapher: «Natur» lässt sich im Gegensatz zu «Leben» und «Technik» auf der (zeitlich) unbewegten Fotografie deutlicher abbilden.

Erschliessende Fragestellung:
  • Funktion: Hat etwas - wie Technik und Leben - eine funktionale Struktur, die immer in Relation zu einem Ziel/Prozess/System steht?
  • Manifestation: Kommt etwas - wie die Natur - zeitlos zur Erscheinung?
(vgl. Tüg 2014, S. 72-78)




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Akteur-Netzwerk-Theorie

In unserem Sprachgebrauch erhält Technik wiederholt eine Aktive Komponente:
  • "Technik bremst mich aus."
  • "Technik unterstützt mich."
  • "Das System fällt aus."
  • "Technik versagt."
  • "Der Schuh drückt."
  • "Mein PC ist abgestürzt"
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Die Akteur-Netzwerk-Theorie unterscheidet mit dem Prinzipt der "methodologischen Symmetrie" nicht zwischen Erlebtem und Handeln und ermöglicht es auch, den Begriff der Kommunikation neu zu bestimmen (vgl, Beliger & Krieger 2006b, S. 34-35, Ankrich 2006, S. 408-409).
  • Die Akteur-Netzwerk-Theorie hat sich als eigenständige Posittion zwischen technischem und sozialem Determinisumus in der Wissenschafts- und Technikforschung etabliert (vgl, Beliger & Krieger 2006, S. 9).
  • Theorien, die entweder technisch oder sozial gewichtet sind eignen sich nicht, um die komplexe Durchdringung von Technik und Gesellschaft adäquat zu beschreiben (vgl, Beliger & Krieger 2006, S. 9).
  • Das zusammenleben und Zusammenwachsen von Mensch und Technik macht die ANT zur Schlüsselthorie (vgl, Beliger & Krieger 2006a, S. 15).
  • Die Vermenschlichung bzw. Sozialisierung der Maschine stärkt die Bedeutung der ANT (vgl, Beliger & Krieger 2006b, S. 15).
  • Die methodologische Symmetrie scheint gefährdet die Anschlussfähigkeit der ANT an gegenwärtige soziologische Grundlagentheorien (vgl, Beliger & Krieger 2006b, S. 35).

Quellen

  • Andréa Beliger, David J. Krieger (2006a) Vorwort. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 9-11
  • Andréa Beliger, David J. Krieger (2006b) Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 13-50
  • Madeleine Ankrich (2006a) Die De-Skription Technischer Objekte. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 406-428.
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  • Ein Aktant ist, was immer agiert oder Handlungen verlagert (vgl, Ankrich und Latour 2006, S. 399-400).
    • Handlungen sind definiert als eine Reihe von Performanzen gegenüber Herausforderungen und Prüfungen.
    • Aktanten sind mit Kompetenzen ausgestattet, die sich aus Handlungen ableiten.
  • Ein Akteur ist ein Aktant, der mit einem Charakter ausgestattet sind (normalerweise anthropomorph) (vgl, Ankrich und Latour 2006, S. 399-400).

Quellen

  • Madeleine Ankrich, Bruno Latour (2006) Zusammenfassung einer zweckmässigen Terminologie für die Semiotik menschlicher und nicht-menschlicher Konstellationen. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 398-405
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Praxisrelevanz

  • Aktanten - sind beeinflusst durch Vorgaben und Einschreibungen. (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 400).
  • Das bedeutet:
    • Wie menschliche Akteure mit Technik umgehen, hängt von deren Vorwissen ab.
    • Wie Technik auf das menschliche Verhalten reagiert, hängt on dessen Funktion/Design ab.

Wissenschaftsrelevanz

  • Das Script ist das Ziel der wissenschaftlichen Analyse, ein Text von dem, wie die verschiedenen Akteure innerhalb des Settings miteinander reagieren (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 400).
  • Die Deskription ist ein Verfahren zum Entschlüsseln von Eigenschaften oder Botschaften die Scripter hinterlegt haben (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 400).
  • Die De-Scription ist nur möglich, wenn ein aussergewöhnliches Ereignis (eine Krise) - die Richtung der Übersetzung von Dingen zurück zu Worten modifiziert und der Analytiker*in erlaubt, die Bewegung von Worten zu Dingen nachzuzeigen (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 400):
    • Wir werden mit einem neuen oder fremden Setup konfrontiert (exotische oder pädagogische Position)
    • Ein Versagen, das die inneren Mechanismen eines Setups enthüllt (Situation des Zusammenbruchs)
    • Historische Situationen (retrospektiv, in Echtzeit Beobachtet, als Gedankenexperiment)
    • Experimentelle Intervention (auf individueller oder kollektiver Ebene)

Einschreibungen

  • Inskription (inscription): Durch Scripter eingeschriebene "verhaltensvorschrift" (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 400).
  • Transcription (transcription): Verlagerung oder Übersetzung (vgl. Johnson 2006, S. 254)

Setzungen

  • Vorgaben, die antizipiert werde, die erlauben oder verbieten und Moralität eines Settings sowohl in negativer (was es vorschreibt) als auch positiver Hinsicht (was es gestattet) ausdrücken (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 401).
    • Präskriptionen (prescription)
    • Proskriptionen (proscription),
    • Gewährungen (affordances)
    • Erlaubnisse (allowances)
  • Prä-Inskription (pre-inscription): Kompetenzen, die von Akteuren erwartet werden können, bevor sie am Setting eintreffen und notwendig sind, um eine Krise zwischen Präskription und Subskription aufzulösen (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 402).
  • Circumskription (Umgrenzung, Eingrenzung, Begrenzung, circumscription): Die Grenzen, die das Setting sich selbst inskribiert (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 402).
  • Conskription (Einberufung, conscription): Beschreibt die Reichweite eines Settings über seine Circumskription hinaus. Conskriptionen machen prä-Inskriptionen vorteilhafter für ein Setting (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 402).
  • Schnittstellen (interfaces): limitieren Kluften zwischen Prä-Inskription, Circumskription und Conskription (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 402).
  • Stöpsel (plugs): [Unklar - sind ggf. das "Gegenteil" von Schnittstellen).
  • Askription (ascritpion): sekundärer Zuschreibungsprozess im Setting (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 403).

Reaktionen

  • Subscription (subscription): Unterordnung als Reaktion auf das was Vorgeschrieben oder untersagt wird (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 401-402).
  • De-Inscription(de-inscritption): Gegenteil der Subscription (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 401-402).
  • Re-Inskription (re-inscription): Derselbe Sachverhalt wie Inskription, jedoch Bewegung/Feedbackmechanismus gesehen. (vgl. Ankrich und Latour 2006, S. 403).
  • Rückverteilung von Kompetenzen und Performanzen (redistributing competencies and performances):

Akteure

  • Skripter: Akteure, die Botschaften festlegen (z.B. Ingenieur*innen, Erfinder*innen, Hersteller*innen, Designer*innen).
  • Enscripter:
  • Designer:
  • Autor:

Quellen

  • Madeleine Ankrich, Bruno Latour (2006) Zusammenfassung einer zweckmässigen Terminologie für die Semiotik menschlicher und nicht-menschlicher Konstellationen. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 398-405
  • Jim Johnson (aka Bruno Latour) (2006) Die Vermischung von Menschen und Nicht-Menschen: Die Soziologie eines Türschliessers. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 237-258
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Der Begriff der Übersetzung adressiert den Netzwerkgedanken und die Transformation. Er bedeute also nicht eine sprachliche Übersetzung, die nach einem analog sucht. Vielmehr kann der Begriff in Anlehnung an das Übersetzen von einem Ufer zum nächsten gedeutet werden, oder in einer Transformation von Drehmoment und Geschwindigkeit in einem Getriebe oder aber der Veränderung einer Bewegung in einem mit elastischen Bändern verbundenen Netzwerk von Gegenständen mit verschiedener Masse.

Quellen

  • Madeleine Ankrich, Bruno Latour (2006) Zusammenfassung einer zweckmässigen Terminologie für die Semiotik menschlicher und nicht-menschlicher Konstellationen. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 398-405
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Unerwünschte Effekte

  • Die Erforschung von technischen Komponenten von Geräten produziert kein fokusseirtes Bild, weil es immer einen unklaren Kontext oder einen Hintergrund mit veschwommenen Grenzen gibt. (vgl. Ankrich 2006, S. 407).
  • Unerwünschte Effekte erlauben es, Bedarfe genauer zu fassen, denn: "wenn wir die elementaren Mechanismen der Abstimmung beschreiben wollen, müssen wir Umstände finden, in denen das Innen und Aussen von Objekten nicht gut zusammenpassen." (vgl. Ankrich 2006, S. 409)
Mehr zum Thema (un)erwünsche Effekte

Quellen

  • Madeleine Ankrich (2006a) Die De-Skription Technischer Objekte. In: ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transcript. S. 406-428.
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